Welche Kritik gibt es an der Verhaltenstherapie?

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Kritisiert werden vor allem der starke Gegenwartsfokus, anspruchsvolle Übungen, mögliche Belastungen und eine mitunter überzogene Darstellung ihrer Überlegenheit.

Die Kritik betrifft unterschiedliche Ebenen: die Methode, ihre Durchführung und die Bewertung ihrer Wirksamkeit. Dabei gehört die kognitive Verhaltenstherapie zu den am besten untersuchten Psychotherapieformen.

Kritik an Ansatz und Durchführung

  • Zu wenig Raum für die Lebensgeschichte: Verhaltenstherapie arbeitet vorrangig an aktuellen Problemen. Wer ausführlich verstehen möchte, wie frühere Erfahrungen das eigene Erleben geprägt haben, kann diesen Schwerpunkt als unzureichend empfinden. Die Behauptung, Vergangenheit werde grundsätzlich ignoriert, trifft allerdings nicht zu.
  • Hohe Anforderungen an die Mitarbeit: Übungen und Aufgaben zwischen den Sitzungen verlangen Eigeninitiative. Gerade bei schweren Depressionen kann das viel Kraft kosten. In der britischen CoBalT-Studie zu behandlungsresistenter Depression beschrieben Teilnehmende Hausaufgaben, insbesondere Gedanken- und Aktivitätstagebücher, als besonders herausfordernd.
  • Mögliche unerwünschte Wirkungen: Die Auseinandersetzung mit Ängsten und Konflikten kann zunächst belasten und verunsichern. Auch Beziehungen können sich verschlechtern. Solche Risiken betreffen allerdings nicht ausschließlich Verhaltenstherapie; ihre Erforschung ist laut IQWiG bislang begrenzt.

Kritik an der behaupteten Überlegenheit

Gut untersucht bedeutet nicht automatisch, für jede Person und jede Erkrankung anderen Verfahren überlegen zu sein. Eine konkrete Fachdebatte gab es zur britischen NICE-Depressionsleitlinie: Leichsenring und Mitautoren kritisierten 2023 unter anderem, direkte Vergleiche aktiver Behandlungen seien nur ergänzend dargestellt und Befunde zu psychodynamischen Behandlungen bei komplexen Depressionen unzureichend berücksichtigt worden. Das ist eine Kritik an der Evidenzbewertung, kein Nachweis, dass Verhaltenstherapie unwirksam wäre.

Konsequenz für die Therapiewahl

Entscheidend ist, ob Behandlungsziele und Vorgehen passen. Ziele sollten gemeinsam vereinbart und bei Bedarf angepasst werden. Wenn Übungen überfordern oder wichtige Themen zu kurz kommen, gehört das ausdrücklich ins Therapiegespräch.

Quellen:

Kategorie: Psychologie

Erstellt mit GPT-6.1 Sol (OpenAI) auf Basis einer aktuellen Websuche.

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